Neujahrsvorsätze vs. Carpe Diem

Jedes Jahr zum Jahreswechsel lässt man das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Klar erinnert man sich gern daran, was einem so für tolle Dinge widerfahren sind. Weniger gern ruft man sich dann die eher unangenehmen Aspekte des letzten Lenzes zurück ins Gedächtnis. Doch meist sind es genau diese Erinnerungen, die die Basis für einen weitverbreiteten Brauch in Deutschland bilden: Die Neujahrsvorsätze.

Wer kennt sie nicht? Nächstes Jahr möchte ich weniger Schokolade essen. Oder. Im Jahr 2016 werde ich alles wegräumen, sobald ich es nicht mehr brauche. Der typische Vorsatz, weswegen ich auch diesen Blog schreibe ist allerdings: Im kommenden Jahr treibe ich mehr Sport. So denken vermutlich viele Menschen in Deutschland. Immerhin steigen am Anfang des Jahres die Mitgliedszahlen in den Fitnessstudios enorm. Zum Leidwesen aller derjenigen, die schon seit Jahren ihr Fitnessstudio besuchen. Wie ich. Meistens. Okay, manchmal. Aber selbst für einen halbwegs regelmäßigen Studiobesucher wie mich, fällt es besonders auf, dass gerade im Januar Massen dem Fitnesswahn frönen. Zur Hauptzeit ist es kaum noch auszuhalten. Da kann es locker sein, dass man eine Viertelstunde auf eine freie Hantelbank warten darf. Das spannende dabei ist dann immer wieder, dass dieser Massenansturm spätestens Ende Februar wieder abflaut. Was sicherlich nicht an dem warmen Wetter liegt, was die Leute wieder mehr ins Freie lockt.

Nun stellt man sich sicherlich die Frage: Sollte man sich noch gute Vorsätze für das neue Jahr vornehmen? Prinzipiell denke ich, dass Vorsätze gesünder zu leben, ein neues Hobby zu beginnen, etwas Neues zu lernen oder einfach eine schlechte Angewohnheit abzuschalten, eine gute Sache sind und jeder Mensch dies benötigt, um sich weiterzuentwickeln. Allerdings würde ich diesen Vorsatz nicht an den Jahreswechsel binden. Zum einen schiebt man somit den Vorsatz nur unnötig vor sich her, á la „Das nehme ich mir dann für kommendes Jahr vor.“ Zum anderen hat man dann somit zum neuen Jahr eine schier unendlich lange Liste an Dingen, die man sich vorgenommen hat, die einen entweder demotiviert oder einfach nicht möglich ist auf einmal mit allen diesen Dingen zu beginnen.

Wenn ihr also denkt, ihr wollt etwas ändern, dann beginnt damit sofort. Nutzt die Euphorie und Energie des Moments und packt es an. Dies ist sicherlich keine Garantie dafür, bei der Sache zu bleiben, aber immerhin habt ihr es versucht – Carpe diem.

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